06.12.2019 - 09:39

Auf diese Fragen wollen wir 2020 Antworten bekommen

Es ist wieder einmal soweit und das neue Jahr steht vor der Tür. Doch statt in winterlicher Neujahrsmelancholie zu verfallen, blicken wir mit Spannung bereits ins nächste Jahr. Denn auch 2020 wird für uns und die Pflege vieles bereithalten.
Wir wollen deshalb einen kurzen Überblick geben und formulieren einen ersten Rundumschlag der Fragen, auf die wir in 2020 Antworten bekommen wollen: Was erwartet die Pflege 2020? Welche Neuerungen, Gesetzesänderungen oder Umsetzungen hält das kommende Jahr für die Pflege bereit?

Maßnahmen und Empfehlungen der Konzentrierten Aktion Pflege

Im Juni 2019 wurden die Ergebnisse der Konzentrierten Aktion Pflege (KAP) vorgestellt. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, Bundesarbeitsminister Hubertus Heil und Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey sowie alle fünf Arbeitsgruppen waren sich einig: Die Entlohnungsbedingungen und -strukturen in der Altenpflege müssen verbessert werden. Eine Erhöhung der Entlohnung ist unumgänglich, wenn die Attraktivität des Pflegeberufs gesteigert werden soll. Doch nach den hierfür aufgestellten Maßnahmen müssen 2020 nun Taten und Antworten folgen:
Inwieweit haben die Arbeitgeberverbände und die Dienstgeberseite die Lohnstrukturen selbst überarbeitet und verbessert?
Wie sollen die Lohnuntergrenzen in der Pflege zukünftig geregelt sein?
Und wie steht es um den flächendeckenden Tarifvertrag auf Grundlage des §7 Arbeitsnehmer-Entsendegesetzes (AEntG)? Wurden hierfür die erforderlichen gesetzlichen Änderungen durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und das Bundesministerium für Gesundheit in die Wege geleitet?

Ergebnisse des Pflegepersonal-Stärkungsgesetzes

Das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz (PpSG) ist im Januar 2019 in Kraft getreten, um den Alltag der Pflegefachkräfte durch eine bessere Personalausstattung und angemessene Arbeitsbedingungen in der Kranken- und Altenpflege zu verbessern. Das Gesetz ist demnach ein bedeutender Schritt gewesen, die Qualität der Betreuung und der Pflege von Patientinnen und Patienten sowie der zu Pflegenden zu erhöhen. 2020 wird das Gesetz dann ein Jahr in Kraft sein. Zeit, zu evaluieren:
Was hat uns das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz bis 2020 gebracht?
Und vor allem: Was hat sich für die Pflegenden hiermit verändert?

Top-Thema der Landesregierungen: die Pflegekammern

Kaum ein Thema in der Pflege wurde 2019 so kontrovers diskutiert, wie das Thema Pflegekammer. So hitzig diese Debatte an einigen Stellen geführt wird, so einig ist man sich im Grundsätzlichen: So, wie in den letzten Jahren kann es nicht weitergehen. Die Pflege braucht mehr Mitspracherecht und muss bei den politischen Entscheidungen mehr Gehör finden.
Die Fragen nach der Entwicklung einer selbstbewussten und selbstverwalteten Pflege sind also gerechtfertigt:
Welches Bundesland stellt in 2020 die Weichen für eine selbstverwaltete Pflegeprofession und schließt sich der Kammerbewegung an?
Und kommt 2020 die Bundespflegekammer?


Die Umsetzung der generalistischen Ausbildung

In unserem Interview mit Christine Vogler – pädagogische Geschäftsführerin für den Bildungscampus der Charité und des Vivantes – haben wir bereits darüber geschrieben: 2020 ist der Start für die generalistische Pflegeausbildung in Deutschland. Ab Januar wird sich zeigen, wie die Implementierung und Umsetzung des neuen Systems im Ausbildungsalltag ablaufen wird. Für 2020 stellen wir uns deshalb die Frage:
Wie werden die Ausbildungsstätten die Herausforderungen der neuen Pflegeausbildung meistern?
Wie kommen die Pflegenden in der neuen Ausbildung zurecht?

Nachholbedarf: Digitalisierung der Pflege

Deutschland will in Sachen Digitalisierung und Gesundheitsversorgung aufholen. Jens Spahn verkündete im November 2019 deshalb das „Gesetz für eine bessere Versorgung durch Digitalisierung und Innovation“ (Digitale-Versorgung-Gesetz – DVG), um die Versorgungsstrukturen digitaler und besser zu machen. Dieses Gesetz soll im Januar 2020 an den Start gehen und vor allem den Patientenalltag erleichtern. Doch die Pflege kommt in Sachen Digitalisierung und digitaler Innovationsmöglichkeiten wieder einmal zu kurz. Folgende Fragen sind für 2020 daher durchaus berechtigt:
Digitalisierung in der Pflege – politisch gewünscht, in der Praxis Zukunftsmusik. Wie kommen die Innovationen tatsächlich im Pflegealltag an?
Wie kann die Pflege, die im DVG vorgedachten Rollen und Rechte, optimal nutzen?
Ergreifen die Pflegeschulen die Chance, ihren Teil des Digitalpaktes zur Verbesserung der digitalen Ausstattung der Schulen abzurufen, um bereits in der Ausbildung die Grundlagen für eine digitalisierte Pflege zu entwickeln?

Gemeinsam finden wir Antworten

Diese Fragen sind nur ein kleiner Auszug der Themen, die uns pflegepolitisch nächstes Jahr erwarten. Sie werden deshalb auch Thema in den Veranstaltungen und Diskussionen auf dem Deutschen Pflegetag vom 12.-14. März 2020 sein. Reden Sie mit und bringen Sie sich am Pflegetag 2020 mit Ihren Erfahrungen und Meinungen ein. Oder schreiben Sie uns auf unseren sozialen Kanälen via Twitter oder Facebook , welche Fragen und Themen Sie 2020 beschäftigen werden.