Astrid Elsbernd

Prof. Dr. Astrid Elsbernd

Vorsitzende der Arbeitsgruppe „Programmsäule Pflege interprofessionell“

  • 1996 - 2000: Promotionsstudium an der Humboldt Universität zu Berlin, Campus Charité
  • 1999 bis heute: Professorin für Pflegewissenschaft an der Hochschule Esslingen
  • 2010 bis 2018: Dekanin der Fakultät Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege, Hochschule Esslingen
  • seit 2018: Leitung des Institutes für Gesundheits- und Pflegewissenschaften an der Hochschule Esslingen (IGP)
  • seit 2018: Studiendekanin des Bachelorstudiengangs Pflege (Bsc) in Kooperation mit der Universität Tübingen, Med. Fakultät 

Worin sehen Sie aktuell die größte Herausforderung für die Pflege?

Die größten Herausforderungen für die Pflege in Deutschland sind aus meiner Sicht folgende:

  1. Konsequente Verbesserung der Bildungsangebote im Aus- und Weiterbildungsbereich auf akademischer und fachschulischer Ebene. Dabei muss die professionelle Pflege in den kommenden Jahren einen Akademisierungsgrad von mindesten 30 Prozent erreichen.
  2. Es muss zu einer Aufgabenneuverteilung im stark arztzentrierten Gesundheitswesen kommen und die Pflegenden entsprechend ihrer Bildung in erweiterten Handlungs- und Entscheidungsspielräume arbeiten, um fachkundige und selbstbestimmt Gesundheits- und Pflegeleistungen anzubieten.
  3. Dem Fachkraftmangel muss deutlicher entgegengesteuert werden, denn für die Bürgerinnen und Bürger ist die pflegerische Versorgung eine derart grundsätzliche Leistung, auf die sie im Bedarfsfall alternativlos angewiesen sind und dies wohnort- und lebensweltnah. 

Szenario 2030: Wenn sich nichts ändert, wie wird die Pflegelandschaft in naher Zukunft aussehen?

Ich mache mir große Sorgen um die zukünftige gesundheitliche Versorgung der Bürgerinnen und Bürger. Es ist auch eine Frage der gesellschaftlichen Gerechtigkeit, ob pflegebedürftige Menschen darauf vertrauen können, dass sie pflegerisch angemessen unterstützt werden. Wenn die Gesellschaft die hierfür erforderlichen Aushandlungsprozesse nicht deutlicher einleitet, dann werden die pflegebedürftigen Bürgerinnen und Bürger immer mehr mit dem, durch Pflegebedürftigkeit einhergehenden Lebensrisiken und zunehmend eingeschränkten Lebensmöglichkeiten alleine gelassen. Ohne professionelle Pflege ist ein selbstbestimmtes und lebenswertes Leben trotz Erkrankung und Pflegebedürftigkeit kaum denkbar.

Der Deutsche Pflegetag bedeutet für mich...

...eine Stärkung der politischen Kraft Pflege, eine breite Solidarisierung in der Berufsgruppe unabhängig von den pflegerischen Arbeitsfeldern und eine Sichtbarmachung pflegerischer Forderungen auf allen Ebenen. Der Deutsche Pflegetag gibt mir Rückhalt in der wissenschaftlichen und politischen Arbeit.

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