Birgit Pätzmann-Sietas

Birgit Pätzmann-Sietas

Birgit Pätzmann-Sietas

Stellv. Vorsitzende der Arbeitsgruppe „Programmsäule Pflegekompetenz“

· Über 40 Jahre in unterschiedlichen Funktionen und Aufgabenbereichen der Pflege und im Gesundheitswesen tätig

· Schwerpunkte: Gesundheitsökonomie, Pflegemanagement, Qualitätssicherung, Sektorenübergreifende Versorgung, Prävention, Kinderkrankenpflege und Kinderschutz

  • Gremienarbeit in Landespflegeräten,
  • Präsidiumsmitglied Deutscher Pflegerat
  • Vorstandsmitglied Berufsverband Kinderkrankenpflege Deutschland
  • Freiberufliche Beraterin im Gesundheitswesen

Worin sehen Sie aktuell die größte Herausforderung für die Pflege?

Die größte Herausforderung liegt in der Attraktivitätssteigerung des „überwiegend weiblichen“ Berufes. Wir haben hier seit mehreren Jahren kein Erkenntnis- sondern ein Umsetzungsproblem.

Ziele und Maßnahmen sind hinreichend identifiziert, jetzt gilt es, diese umfassend formulierten Ziele durch die zeitnahe Umsetzung von Maßnahmen auch schnellstmöglich zu erreichen. Die Pandemie hat uns die Bedeutung von Pflege in der Bundesrepublik und weltweit vor Augen geführt.

Die Pandemie hat jedoch auch die angespannte Situation sowohl bei den Leistungsempfängern, also den Pflegebedürftigen, als auch bei den Leistungserbringern - den examinierten Pflegenden - noch einmal verstärkt.

Beginnen möchte ich mit der Ausbildung als Herausforderung. Für Menschen aller Altersklassen vom Frühgeborenen bis zum älteren Patienten muss ausreichend kompetentes Pflegepersonal qualifiziert und anschließend im Beruf gehalten werden.

Es gilt, die Ausbildungskapazitäten in der Kinderkrankenpflege, Krankenpflege und Altenpflege voll auszuschöpfen. Eine systematische Evaluation durch Pflegekammern wäre hier sinnvoll und hilfreich. Eine berufliche Weiterqualifizierung ist, wie in anderen Berufen auch, selbstverständlich vorzuhalten.

Szenario 2030: Wenn sich nichts ändert, wie wird die Pflegelandschaft in naher Zukunft aussehen?

Diese Abwärtsspirale würde sich immer schneller drehen. Es gilt dringend eine Unterversorgung der Bevölkerung, ein Abwandern aus dem Beruf zu verhindern. Der Beruf wird auch in Zukunft überwiegend „weiblich sein“. Frauen wollen heutzutage die Möglichkeit haben, Familie und Beruf vereinbaren können und erwarten einen Verdienst, der sie nicht am Berufsende in die Altersarmut entlässt.

…der Deutsche Pflegetag bedeutet für mich:

Der Deutsche Pflegetag ist der größte Pflege - Kongress in Deutschland. Die gesamte Pflegebranche ist vertreten. Alle wichtigen Akteure aus Politik, Selbstverwaltung und Pflege haben die Möglichkeit, sich fachlich auszutauschen und zu vernetzen.