Dr. Johanna Feuchtinger

Dr. Johanna Feuchtinger

Dr. Johanna Feuchtinger

Vorsitzende der Arbeitsgruppe „Programmsäule Pflegepraxis neu“

· Universitätsklinikum Freiburg, Pflegedirektion, Qualitäts-, Entwicklungs- und Forschungsprojekte in der Pflege; Konsortialführerin im Pflegepraxiszentrum (PPZ) Freiburg

· Gesundheits- und Krankenpflegerin, Doktorat in Pflegewissenschaft (Universität Maastricht/NL)

· Schwerpunkte sind die Integration hochschulisch qualifizierter Pflegender in die Patient*innenversorgung und das PPZ-Freiburg

Der Deutsche Pflegetag bedeutet für mich...

Zunächst eine sehr gute Möglichkeit des professionellen und persönlichen Austauschs mit Kolleg*innen. Zudem bietet das Programm des Deutschen Pflegetags eine Aktualisierung des eigenen Wissensstandes zu vielen Themen. Die Ausstellung ist immer ein Highlight auf dem Deutschen Pflegetag. Kolleg*innen sind immer inspiriert und bringen neue Ideen für die Patient*innenversorgung mit.

Szenario 2030: Wenn sich nichts ändert, wie wird die Pflegelandschaft in naher Zukunft aussehen?

Wir sind in der Pflege in einem ständigen Veränderungsprozess. Es ist uns in den letzten Jahren gute politische Arbeit gelungen. Gremien wie der Deutsche Pflegerat, der DBfK, der VPU mit dem Netzwerk Pflegewissenschaft und Praxisentwicklung, um nur einige zu nennen, finden zunehmend mehr Gehör. Der Tarifabschluss für die Universitätsklinika in Baden-Württemberg hat 2020 eine deutliche Verbesserung für die Pflegenden gebracht. Ich bin optimistisch und bleibe dabei: Wir verändern uns täglich und 2030 wird es für die Pflegenden, die Pflege und die Menschen in unserer Sorge besser sein als heute.

Worin sehen Sie die größten Herausforderungen für die Pflege aktuell?

Im täglichen Alltag die eigene Vision nicht aus dem Auge zu verlieren und das Positive wahrzunehmen. Pflegende empfinden z.B. häufig ein nicht-respektiert werden. Wenn ich mit Mitgliedern anderer Berufsgruppen spreche, erlebe ich großen Respekt vor den Entwicklungen und der heutigen Kompetenz von Pflegenden. Und auch Neid über das, was in den letzten 25 Jahren in der Pflege gewachsen ist. Die Pflege ist eine starke Disziplin. Die Herausforderung ist, dass die Kolleg*innen Freude daran haben, ihre Kompetenz richtig einzusetzen und die kollegiale Diskussion nicht fürchten. Dann werden sie spüren können, dass wir auf dem richtigen Weg sind.