Nora Wehrstedt

Nora Wehrstedt

Stellv. Vorsitzende der Arbeitsgruppe „Programmsäule Pflege-Praxis neu“

Ich bin gelernte Gesundheits- und Krankenpflegerin (sowie B. Sc. Angewandte Pflegewissenschaften und M.S.M. Sozialmanagement) und arbeite als Pflegefachleitung in der direkten Patientenversorgung in drei Schichten in der Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie.

Der Deutsche Pflegetag bedeutet für mich,...

... Pflege weiterzudenken und eine Möglichkeit, überregional andere Pflegende und deren Tätigkeitsfelder kennenzulernen, sich auszutauschen und zu vernetzen.

Szenario 2030: Wenn sich nichts ändert, wie wird die Pflegelandschaft in naher Zukunft aussehen?

Wenn sich die Situation für die beruflich Pflegenden nicht verbessert, wird in 2030 die Pflegelandschaft, so wie wir sie momentan erleben, nicht mehr existieren. Wenn alles wie bisher weitergeht, wird es in 2030 nur noch sehr wenige Pflegefachpersonen geben, die die berufliche Pflege ausüben. Das wäre fatal – sowohl für die Pflegefachpersonen als auch für die gesamte Gesellschaft. Die Verbesserung der Situation der Pflegenden ist eine der größten Herausforderungen, vor der wir als Gesellschaft stehen. 

Worin sehen Sie die größten Herausforderungen für die Pflege aktuell?

Pflegefachpersonen stehen jeden Tag vor einem Dilemma: Die Diskrepanz zwischen dem eigenen Anspruch an die persönliche Leistung sowie die immer unattraktiveren Arbeitsbedingungen. Das, was man leisten möchte, kann man nicht mehr leisten. Der Patient bleibt dabei auf der Strecke und die Pflegefachpersonen ebenso.
Wir brauchen ein anderes Bild des Pflegeberufs. Unternehmen sowie die Politik schaffen es nur selten, den Beruf wertschätzend sowie attraktiv und uns als Berufsgruppenangehörige hochqualifiziert darzustellen.
Es ergibt sich daraus die Herausforderung, den Beruf in sämtlichen Tätigkeitsfeldern so attraktiv zu gestalten, dass auch im Jahr 2030 junge Menschen Lust auf die Ausbildung haben, sie abschließen und danach auch im Beruf bleiben. Nur wenn die Rahmenbedingungen verbessert werden, wird es auch im Jahr 2030 noch eine flächendeckende professionelle Pflege der Bevölkerung geben. Zur Stärkung der Profession gehört untrennbar auch Stärkung der Selbstverwaltung, damit Pflege endlich über Pflege entscheiden kann!